Ein größeres Textprojekt steht an? Du traust dich, das Wort Roman in den Mund zu nehmen? Zwei Buchempfehlungen von Katrin Oberhofer, die gegensätzlicher nicht sein könnten, wie man es angehen kann. Alte Schreibfüchsinnen wissen ja, es gibt an Schreibtypen einerseits die „Planner“, die sich vorher einen eben einen Plan und eine Struktur zurechtlegen, und die „Pantser“, die überzeugt sind, man müsse sich nur „on the seat of your pants“ begeben – sprich: sich auf den Allerwertesten setzen und drauflosschreiben.
Diese beiden Bücher sind für beide Schreibtypen nützlich:

Jessica Brody, Save the Cat! Writes a Novel
An die Planer unter uns richtet sich Jessica Brodys „Save the Cat! Writes a Novel“.
Zugeben, der Untertitel hat mich misstrauisch gemacht. „The last book on novel writing you’ll ever need“. Wirklich? Doch, wirklich. Das hier ist genial. Voller Beispiele, wie sich ein Spannungsbogen bauen lässt, ohne nach Strickmuster auszusehen! Wenn du gern englischsprachige Romane liest, dann wirst du sicher auch deinen Lieblingsbestseller unter den besprochenen Beispielen finden.
Auch wenn du dich selbst eher zu den „Pantsern“ zählst, lohnt sich ein Blick in dieses Buch. Wenn du mitten im Überarbeiten eines längeren Textes steckst, und das Gefühl hast, den roten Faden verloren zu haben. Dann kann man die Save the Cat Methode auch bestens dazu nutzen, schon vorhandenes Material neu zu ordnen.

Chris Baty, No Plot? No Problem!
“No Plot? No Problem!” von Chris Baty ist das radikale Entwöhnungsprogramm für alle, die dazu neigen, erstmal laaaange drüber nachzudenken, was sie denn schreiben könnten, dann nochmal eine ausführliche Planungsphase einzulegen und das richtige Notizbuch/die richtige Software, den richtigen Platz zum Schreiben finden zu müssen … so lange, dass leider keine Zeit mehr bleibt, etwas zu Papier bringen.
Die „Pantser“-Schreibmenschen werden das ohnehin recht logisch finden, aber solltest du dich zu Planern zählen und feststellen, dass das Planen das Schreiben verschluckt: Hier kann Prokrastinationsmeisterinnen geholfen werden.
Wer also Motivation braucht, um einfach loszulegen, ohne ins Grübeln zu geraten – hier seid ihr richtig! Einfach drauflosschreiben, empfiehlt Chris Baty. Am besten mit fixem Wortanzahl-Ziel, am besten gemeinsam mit anderen. Und das wichtigste: Eine Deadline, die auf gar keinen Fall verrückt werden kann.
Passend dazu hat er die Bewegung National Novel Writing Month gegründet. Jeden November ist das Ziel, 50 000 Wort zu Papier zu bringen. Unter www.nanowrimo.org trifft sich die Community, um sich gegenseitig anzufeuern und zu bestärken.

Autorin: Katrin Oberhofer

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