Wie geht es dir mit deinem Buch? – Natascha Miljkovic

Wie geht es Autorinnen, wenn ihr heiß ersehntes Buch-Baby endlich auf der Welt ist? Ich wollte es genauer wissen und stellte einige Fragen rund ums erste Buch. Heute: Die promovierte Zoologin Natascha Miljkovic, die 2012 die Plagiatsprüfungsagentur „Zitierweise“ gegründet hat. Sie unterrichtet und berät rund um wissenschaftliche Redlichkeit und Selbstorganisation im Studium. Sie hat gemeinsam mit Rene Merten ihr erstes Buch „Erfolg in Studium und Karriere – Fit durch Selbstcoaching“ herausgegeben und schreibt weiter: Buch 2 und 3 folgen Mitte/Ende 2019.

 

Was hat dich am meisten überrascht, als dein Buch draußen war?

Wir (mein Co-Autor und ich) mussten nach dem Erscheinen noch sehr viel Buchmarketing machen. Wir hatten in den Wochen davor fleißig BloggerInnen-Kontakte und Infos von Studierendenplattformen gesammelt, die unser Buch rezensieren und/oder verlosen konnten. Das hat viel Zeit und Energie gebraucht. Tatsächlich hat es uns dann aber auch sehr viele Artikel und Interviews eingebracht, worüber wir uns wirklich riesig gefreut haben. Am meisten überrascht haben mich die unzähligen positiven Rückmeldungen – und die vielen Anfragen von FreundInnen, Bekannten und auch KollegInnen an Unis, wie denn das eigentlich funktioniere, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Sie könnten sich vorstellen, auch eines zu machen, aber wüssten nicht, wo und wie sie beginnen sollten. Daraus entstand die Idee zu meinem zweiten Buch, einem Fachbuch für Lehrende und Vortragende über die Konzeptionierung eines Fachbuchs, das schon innerhalb eines Tages einen großen Verlag interessieren konnte und im Herbst 2019 erscheinen wird.

Wie hat sich dein Leben durch das Buch verändert?

Ich kann mich nun hochoffiziell Autorin nennen, das ist irre! Dachte nicht, dass ich das je sein würde, aber es kam doch noch anders. Abgesehen davon, mein Leben ist durch das Buch nicht wahnsinnig viel anders geworden, ich habe mich aber verändert. Einen Tick zufriedener wird man schon, wenn man so ein großes Projekt erst einmal erfolgreich abgeschlossen hat. Das erste Buch hat außerdem das zweite ausgelöst, es geht also weiter mit dem Schreiben. Und die Tantiemen und Vergütungen diverser Art sind zudem ein tolles kleines Zusatzeinkommen, das ich vorher nicht hatte.

Haben sich auch Beziehungen verändert? Wie?

Ganz sicher! Ich weiß nun, auf welche FreundInnen ich zählen kann, wer sich wirklich für mich interessiert, wer Rücksicht nimmt, dass man abends oder am Wochenende weniger oder nicht Zeit hat auszugehen, wer geduldig ist, weil es eben auch manchmal nicht so schnell oder gut weitergeht, wie erhofft, da durfte ich bei vielen lieben Leuten auch mal ordentlich jammern (Merci, Ihr Armen!!!). Manche Bekannte habe ich seit dem Prozess des Buchschreibens aber aus meinem Leben ausgeschlossen, weil sie ziemlich rücksichtslos waren, mir ihr pausenloses Schlechtreden von allem, ihr egoistisches Bestehen auf Treffen, wann sie es wollten, ob es für mich passt oder nicht, oder ihr unverblümter Neid irgendwann zu sehr gestört haben. Ich freue mich immer sehr über den Erfolg anderer und möchte mir auch meinen nicht vermiesen lassen.

Was hast du alles Neues gelernt, seit dein Buch draußen ist?

In den 1,5 Jahren Buchproduktion lernte ich viel, vor allem, dass man um Unterstützung, Interviews, Statements, Kooperationen etc. nur fragen muss. So direkt zu sein, das lag mir bislang nicht so. Durch mein Buch bin ich generell etwas aktiver geworden und kannUnterstützung besser zulassen. Auch, dass ich noch viel kreativer bin als gedacht, ist mir dabei aufgefallen – ich es liebe Konzepte zu erstellen, diese Erkenntnis hat mir beruflich in mehrfacher Hinsicht sehr genützt. Außerdem bin ich sehr stolz, dass ich anscheinend sehr gute Exposés schreiben kann und bei drei Büchern (das Konzept zu Buch Nummer drei war vor kurzem auch ein durchschlagender Erfolg und hat ebenfalls schon einen namhaften Verlag gefunden) drei mal sehr schnell Erfolg hatte.

Wie begleitet dich dein Buch im Alltag?

Ich bin Lektorin an Universitäten und Fachhochschulen und erwähne bei Vorträgen und Workshops mein Buch, wenn es thematisch dazu passt, immer kurz. Das habe ich mir sofort angewöhnt, kommt gut an. Außerdem steht der Link zum Buch und zu Interviews, die mit dem Buch zu tun haben, immer einige Wochen in meiner E-Mail-Signatur. Natürlich poste ich alles, was sich so tut rund um’s Buch natürlich ab und an auch in meinen Social Media.

Hast du Folder dabei oder dein Buch? Bist du gut darin, dein Buch überall, wo du hinkommst, zu empfehlen?

Den Infoflyer vom Verlag bringe ich gerne zu Vorträgen mit! Das Buch selbst nur, wenn ich vor Studierenden vortrage, dann habe ich immer ein Ansichtsexemplar liegen. Ich liebe Büchertische in Büchereien oder Buchhandlungen selbst sehr, weil einmal durch interessant klingende Bücher durchblättern zu können, ein viel besseres Gefühl für ein Buch gibt, als nur online die Inhaltsangabe lesen zu können.

Bist du stolz? Oder ist es dir peinlich, im Rampenlicht zu stehen? Wie geht es dir bei Lesungen?

Ja, ich bin stolz auf mein Buch! Da ich ein Sachbuch geschrieben habe, mache ich zwar keine Lesungen, allerdings konnte ich schon einige Impuls-Vorträge zu einigen der Themen in meinem Buch abhalten, die sehr nett waren und viele Leute interessiert haben. Auch Interviews zum Buch oder zu Themen im Buch kommen häufig vor. Die sind schon auch immer wieder eine Überwindung, besonders live Radiointerviews, klappen aber immer sehr gut und die Rückmeldungen dazu waren super.

Schreiben dir LeserInnen? Sammelst du die Leserstimmen?

Geschrieben wurde mir im ersten halben Jahr nach Erscheinen manchmal, oder es erwähnt jemand bei Impuls-Veranstaltungen etwas. Ich sammle alle diese Rückmeldungen in einem Dokument, besonders inhaltliche Anmerkungen, was man auch noch interessant gefunden hätte oder weitere Übungstipps zum Beispiel. Es war mein erstes Buch, daher ist es sicherlich nicht perfekt geworden und das ist auch völlig ok. Ich möchte jedoch aus dem Prozess so viel als möglich lernen können und gehe daher mit allen Rückmeldungen von Lesenden sehr gewissenhaft um.

Wie gehst du mit negativen oder neidischen Rezensionen/ Kommentaren zu deinem Buch um?

Zum Glück kamen keine negativen Rückmeldungen, das freut mich immer noch sehr! Ganz im Gegenteil, es kamen sehr viele tolle und bestärkende Rückmeldungen und auch viele positive Rezensionen. Eine Bekannte war leider sehr neidisch auf mich, die hat mich irgendwann zu arg gepiesackt, natürlich nie offen wegen Neids über mein Buch, aber es war deutlich spürbar. Den Kontakt wollte ich nicht mehr weiterführen. Das Erlebnis hat mich allerdings aufmerksamer darauf gemacht, sodass ich anderen jetzt auch öfter zu ihren Erfolgen gratuliere und das noch mehr als früher anerkenne. Das hat sich jede/jeder verdient!

Was magst du AutorInnen mit auf den Weg geben, die sich gerade durchringen, ihr Buch für die Publikation aufzubereiten?

Tu es! Es ist mühsam, es ist wirklich harte Arbeit, was man daraus über sich lernen kann und die Freude, wenn man etwas erschaffen hat, wiegt das letztlich alles wieder auf.

Was hättest du gerne schon vorher gewusst?

Ich hätte mir während des Prozesses durchaus selbst mehr vertrauen sollen. Zum Beispiel einfach mal was grauslich runterschreiben, werde es ja sowieso noch zig mal überarbeiten, bis es sitzt, es muss nicht gleich perfekt sein. Das hat mich oft sehr, viel zu sehr, gehemmt. Und nicht zu viel nachdenken, es spürte sich manchmal schon richtig an und trotzdem habe ich noch ewig analysiert, gedreht und gewendet. Manchmal ist alles viel einfacher als man selbst meint!

Danke für deine Antworten!

Autorin: Johanna Vedral
Foto: (c) Thomas Steibl
Coverfoto: (c) UTB-Budrich

 

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