Aufatmen und aufschreiben

Margret Baltl und Regine Klein laden im Rahmen des 32. Musikforums ein zum experimentellen Schreiben im Stift Viktring: 11. – 16. Juli 2018

Atemzug um Atemzug, Schriftzug um Schriftzug. Durchatmen und durchschreiben, aufatmen und aufschreiben, ausatmen und ausschreiben.

Das hat mich so richtig neugierig gemacht. Ich wollte wissen, was ich mir unter experimentellem Schreiben in Verbindung mit Atmen vorstellen darf. Was mir die zwei Kärntner Schreibtrainerinnen Margret Baltl und Regine Klein verraten haben, will ich euch nicht vorenthalten:

„Unter arkadischen Klängen schreiben ist  ein Experiment – eine Bewegung zwischen innen und außen, unmerklich oder fliegend, oder stürzend, stockend, sich überschlagend –  wie der Atem, der Lebenshauch, einatmen, ausatmen – lebendig sein, sich spüren und dies in Symbole auf unbeschriebenes Papier bringen.  Wörter schaffen Raum, Worte machen Welt, Sprache öffnet und schließt Grenzen. Worte überwinden Grenzen, auch die Grenze zwischen innen und außen, zwischen bloß geahnten, schwach erfühlten Empfindungen/Gedanken und leise ausgehauchten Silben, Sätzen.

Wir nehmen das „atemschaukelnde“ Schwingen dazwischen, auf Klangbeeten und Lautsphären als Schreibweg zu sich selbst, in sich hinein und darüber hinaus. Vielfältige Impulse wie Collage, Audio/Wort-cocktails; Übungen aus dem kreativen, biographischen, szenischen Schreiben öffnen innere und äußere Türen, damit das Schreiben selbst ein EX – PER – iment wird. Wörtlich genommen. Mit einem atemlosen Blick nach oben:

(Bild: Decke im Freskensaal, Stift Viktring)

Das Selbst verlieren, um das andere – unsichtbar gehauchte, wie nebulös verklingende,  sehen zu können. Dies kann nur ein immerwährendes Experiment sein.

Unser Experiment wird auch darin bestehen, schreibend den gefährlichen und verführerischen Regionen möglichst nahe zu kommen, und ein Atem – Stocken zu überwinden.

Wir wollen die klangsuchenden und –findenden Schreibgänge, die Raum, Klang, Körper- und Schreibsein verbinden, durchschreiten.

Denn haben nicht alle Geschichten ihren Ort? Und gibt es den Ort, an dem Ungeschriebenes, Märchen und Sagen Wirklichkeit sind? Braucht dieser Ort ein großes Anwesen mit Nebengebäuden, einem Park, einem Fluss, einer Kirche und geheimnisvollen verschlossenen Räumen, Arkadengängen, einem großen Stiftspark mit einem Weiler, einem schönen Innenhof wie in Viktring? Ist es dessen Schönheit, die anzieht? Spricht ein Geist aus diesen Mauern zu all jenen, die sich hineinbegeben. Den Blick auf lange Arkadengänge gerichtet, auf kunstvoll ausgemalte Stuckdecken, auf zeitgeschliffene Marmorsteine, kann sich eine jede/r niedersetzen, den Stift aufnehmen und abgeben, dem Atem, Vogelgezwitscher, Geigenspiel usw. lauschen.  Hier eintreten, heißt Atemholen, sich niedersetzen und empfangen (werden).“

Na dann – anmelden und sich aufs Atmen & Schreiben freuen!

Text & Fotos: Margret Baltl & Regine Klein

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